dopler vitaTeresa Dopler © Rafael Sonntag

Das weiße Dorf

Ruth und Ivan begegnen sich auf einer Flusskreuzfahrt auf dem Amazonas wieder. Es ist schon einige Jahre her, dass sie sich "ein paar Monate lang gekannt haben", bevor Ivan beruflich nach Amerika ging und Ruth ihre erste Stelle in der Schweiz antrat. Inzwischen haben beide Karriere gemacht und sind in neuen Beziehungen, die auf ihre Weisen durchaus gut funktionieren – und dennoch brennt die Luft zwischen Ivan und Ruth. Es wäre vielleicht eine vollkommene Liebe gewesen, so vollkommen wie das weiße Dorf in Andalusien, von dem Ruth nur Ivan erzählt und in dem sie sich im nächsten Sommer höchstwahrscheinlich doch nicht treffen werden. Zu sehr haben sie verinnerlicht, Menschen zu sein, "die über Dinge hinwegkommen", "denen nichts sehr viel bedeutet". Die Autorin entwirft ein tieftrauriges Porträt zweier Menschen, das unter dem Mantel großer Leichtigkeit falsche Lebensentscheidungen in Frage stellt.

Teresa Dopler wurde 1990 in Linz geboren und lebt in Wien. Sie studierte an der angewandten Kunstuniversität Wien, ihr Debütstück "Was wir wollen" wurde 2017 am Landestheater Innsbruck uraufgeführt und war für den Osnabrücker Dramatikerpreis nominiert. Sie ist Teilnehmerin bei Forum TEXT und wird 2019 an der Residency for Emerging Playwrights am Royal Court Theater teilnehmen. Teresa Dopler erhielt zahlreiche Literatur-Stipendien, ihre Texte erschienen in Literaturzeitschriften und im öffentlichen Rundfunk.

 

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