AmSchwarzenSee1 250 Thomas Mueller© Thomas MüllerAm Schwarzen See

Dea Loher, geboren 1964 in Traunstein in Oberbayern, lebt in Berlin, ist Prosautorin und eine der wichtigsten Gegenwartsdramatikerinnen deutscher Sprache. Loher absolvierte ein Magisterstudium der Germanistik und Philosophie in München und bildete sich anschließend in Berlin an der Hochschule der Künste in szenischem Schreiben aus, u. a. bei Heiner Müller und Yaak Kasunke. Eine langjährige Arbeitsfreundschaft verbindet sie mit dem Regisseur Andreas Kriegenburg, der zahlreiche ihrer oftmals eher narrativen denn dialogisch-dramatischen Stücke zur Uraufführung brachte. Insgesamt sechs Mal war Loher bisher zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen, zuletzt 2010 mit "Diebe". 1998 mit "Adam Geist" und 2008 mit "Das letzte Feuer" gewann sie den Mülheimer Dramatikerpreis.

Zum Inhalt

Im Zentrum von Dea Lohers neuem Stück stehen zwei Ehepaare aus der gehobenen Mittelschicht. Eddie und Cleo sind Besitzer einer Brauerei am Schwarzen See. Johnny ist erfolgreicher Bankdirektor und zieht im Auftrag seines Arbeitgebers alle drei bis vier Jahre von Kleinstadt zu Kleinstadt, um eine kriselnde Filiale zu sanieren oder abzuwickeln. Immer dabei sind seine herzkranke Ehefrau Else und Tochter Nina. Beide Paare lebten einst für ihre jeweiligen Ziele, denen sie die eigenen Träume und Sehnsüchte bedingungslos unterordneten. Während Eddie und Cleo hart dafür arbeiteten, die Brauerei im Familienbesitz zu halten, um sie eines Tages an Sohn Fritz übergeben zu können, träumte Johnny davon, irgendwann eine Filiale in der Großstadt zu übernehmen. Eines Tages kreuzten sich die Wege der beiden Familien. Aus einem Antrittsbesuch entstand eine lockere Freundschaft zwischen ihnen. Die beiden pubertierenden Kinder allerdings verliebten sich ineinander und zogen sich – weitgehend unbemerkt von den Eltern – in ihre eigene Welt zurück, bis sie eines Tages im Schwarzen See gemeinsam den Tod suchten. Jetzt, vier Jahre später, treffen sich die Eltern das erste Mal wieder im Haus von Eddie und Cleo mit Blick auf den See. Die Frage nach dem Warum steht nach wie vor unbeantwortet zwischen ihnen.
 

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