EineSchneise 250 Foto MarionBuehrle uSprachlicher Balanceakt: "Eine Schneise"
© Marion Bührle

Eine Schneise

Händl Klaus, 1969 in Rum/Tirol als Klaus Händl geboren, lebt in Wien, Berlin und Port am Bielersee (Schweiz). Nach der Schauspielausbildung in Wien folgte ein Engagement am dortigen Schauspielhaus. Für den Erzählband "(Legenden)" erhielt Händl Klaus den Rauriser Literaturpreis und den Robert-Walser-Preis. Außerdem bekam er das Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin sowie 2004 das Dramatikerstipendium des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im DBI in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen. Ebenfalls 2004 wurde "(Wilde) Mann mit traurigen Augen" mit dem Buchpreis der deutschsprachigen Literaturkommission des Kantons Bern ausgezeichnet, der 2006 auch an "Dunkel lockende Welt" verliehen wurde. 2004 wurde er in der Jahresumfrage von Theater heute zum besten Nachwuchsautor und 2006 zum Dramatiker des Jahres gewählt. 2007 erhielt Händl Klaus den Großen Literaturpreis des Landes Tirol, die Fördergabe des Schiller-Gedächtnispreises des Landes Baden-Württemberg sowie den Welti-Dramatikerpreis der Stadt Bern. Neben Stücken schrieb Händl Klaus auch Opernlibretti.

Zum Inhalt

Ein mysteriöser Brand führt den Polizisten Peter tief in einen Wald hinein. Erbarmungslos hat das Feuer eine Schneise geschlagen. Schwarze Bäume, Asche, Gestank von totem Tier und Tannen, wo sonst unberührte Natur vorherrscht. Mitten in dieser Einöde lebt Kathrin zurückgezogen mit ihrem Sohn Lukas. Peter ermittelt wegen Brandstiftung und ist hier, um den Tatort zu untersuchen. In Kathrins Sohn Lukas wird durch das Eintreffen des Polizisten ein ganz besonderes Interesse wach: seine lebenslange Suche nach dem Vater. In Peter meint der Junge, endlich seine eigenen Züge gespiegelt zu sehen. Es kann nicht nur, es muss der Vater sein. Doch zu diesem vermeintlichen Familiendreieck kommt ein Vierter hinzu – Wim, der Imker, der all seine Bienen und damit seine gesamte Existenz an den Brand verloren hat. Ist vielleicht er der Vater? Die Spurensuche am Ort des Verbrechens wird zur Identitätssuche des Jungen.
Händl Klaus stellt die Theater mit seinen jüngsten Texten vor keine einfache Aufgabe. Wie kann man das noch "sinnvoll" inszenieren, ist die Frage, wenn der Autor will, dass der Text passagenweise Wort für Wort zwischen den Schauspielern wandert. Seit Stefan Otteni eine Inszenierung vorgelegt hat, die den Text tatsachlich zum Klingen bringt, weiß man: Händls kreisende Sprachwelt dreht sich doch.

Die Uraufführung von "Eine Schneise" war 2012 bei den Salzburger Festspielen.

 

 

Zum Inszenierungsporträt