henriette dushe klein© Carolin Pitzke

lupus in fabula

Henriette Dushe, 1975 in Halle geboren, lebt und arbeitet als freie Dramaturgin, Theaterpädagogin und Autorin in Berlin. Sie ist Preisträgerin des Retzhofer Dramapreises 2009, war 2010 Stipendiatin beim Forum junger Dramatiker Europas bei der Theaterbiennale Wiesbaden und von 2011 bis 2012 Teilnehmerin beim Grazer Lehrgang FORUM Text.

Zum Inhalt

Drei Schwestern sind damit konfrontiert, dass ihr todkranker Vater stirbt. Sie heißen Die Älteste, Die Mittlere und Die Jüngste. Geradeheraus wie ihre Namen ist die Sprache, die Henriette Dushe ihnen gegeben hat. Monologisch stellen sie ihre jeweilige Überforderung aus. Die Älteste bereitet sich auf die Beerdigung vor; die Jüngste hadert mit ihrer Selbstbezogenheit und die Mittlere entwirft sich und die Schwestern als Figuren eines Theaterstücks. Der Vater liegt im Sterben und der Stillstand zwingt die drei Schwestern immer wieder zusammen. Sie erinnern sich im Chor. Sie streiten sich. Die Älteste und Die Jüngste steigen in die Fantasien der Mittleren ein; die Erlösung bleibt indes ungreifbar, und ihre Möglichkeit verschwindet so beharrlich wie der Vater. „lupus in fabula“, diese lateinische Redewendung bedeutet: wenn man vom Teufel spricht. Wer nach 57 von 58 Seiten noch in der Lage ist, irgendetwas wörtlich zu nehmen, dem könnten die drei Wölfe, lupi, die zum Schluss beschworen werden, vielleicht doch ein Ende des Stillstands bedeuten – wenn auch keins, das irgendjemand herbeigesehnt haben möchte.

 

Zum Text – das Stückporträt

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